- Bauherrschaft SBB AG, Immobilien Development, Zürich
- Planungsteam Esch Sintzel Architekten, Zürich
-
Leistungen
Selektiver Projektwettbewerb 1. Rang
Phase 31 - 53: Baugrube, Fundation, Tragwerk in Beton, Stahl und Holz, Risikoanalyse aus Bahnanprall, Erschütterungs- und Körperschallimmissionen aus Bahnverkehr, BIM - Projektstand Phase 41 abgeschlossen
- Bearbeitung 2020 - 2026
- Baukosten CHF 40 Mio.
Beim Projektwettbewerb zum Neubau Stellwerk 2 in Winterthur hat dsp Ingenieure + Planer AG im Team von Esch Sintzel Architekten GmbH mit dem Projekt «Pullmann» den ersten Rang erreicht.
Der Neubau Stellwerk 2 wird beim Bahnhof Winterthur am nördlichen Ende des Bahnhofplatzes entstehen. Der längliche Baukörper (ca. 80m x 18m) kommt auf ein schmales Grundstück zwischen den Bahngleisen und dem Bahnhofplatz zu liegen. Seitlich kragt der Bau aus und dient so auch als Perrondach. Als Bindeglied zwischen Schienennetz und Stadt beherbergt das Gebäude künftig Retail- und Gastronomieflächen sowie Büroräumlichkeiten und Wohnungen.
Um das reibungslose Nebeneinander von Baustelle und Bahnverkehr gewährleisten zu können, mussten umfangreiche Bauhilfsmassnahmen geplant werden. Für den Schutz der Bahninfrastruktur und der Passagiere wird während der Bauzeit auf der Bahnseite ein auskragendes Schutzgerüst montiert.
Unter einem Teil des Gebäudes befindet sich ein bestehender Relaisraum der SBB. Dieser muss während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben. Aufgrund der eingeschränkten Tragkapazität der bestehenden Relaisraumdecke - welche sich aus Gründen des Betriebs nicht verstärken lässt - wurde für das Gebäude ein sehr leichtes, hybrides Tragwerk aus Stahl und Holz konzipiert.
In der Deckenebene wird als primäre Struktur ein Stahlträger-Rost erstellt. Dieser bildet das Auflager für die sekundäre Struktur, welche aus Holz-Hohlkastenelementen besteht. Die Holzelemente tragen die Last in Gebäudelängsrichtung ab und wirken als zwischen die Stahlträger gehängte Einfeldträger. Durch Aufdopplung eines zusätzlichen, seitlich überstehenden Unterflansches an der Trägerunterseite können die Stahlträger als deckengleiches Auflager wirken. Sämtliche Aussenwände und Brüstungsbänder werden in Holzelementbauweise ausgeführt. Die beiden Treppenhäuser mit ihren geschwungenen Läufen sowie die Liftschächte werden als selbsttragende Stahlkonstruktionen ausgeführt.
Die Aussteifung des Baukörpers wird in Gebäude-Querrichtung über beigesteife Stahlrahmen bewerkstelligt. In Gebäude-Längsrichtung sorgen zwei Fachwerkscheiben für die Stabilisierung des Tragwerks.
Durch den bewussten Verzicht auf tragende Wandscheiben entsteht eine nutzungsneutrale Tragstruktur, welche über den ganzen Lebenszyklus hinweg eine flexible und nachhaltige Nutzung des Gebäudes gewährleisten soll. Dank der konstruktiven Durchbildung in Stahl und Holz können die Ziele der Kreislaufwirtschaft erreicht werden. Am Ende des Lebenszyklus können die Bauteile einfach zurückgebaut und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.